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Melanotan 2 Acetate

Melanotan 2 Acetate

Zyklisches Alpha-MSH-Analog aus Arizona, das vier Melanocortin-Rezeptoren anspricht und seit den 1980er Jahren zur Pigmentierung erforscht wird.

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Überblick

Die Idee hinter Melanotan 2 war Sonnenschutz ohne Sonne: An der University of Arizona suchte man in den 1980er Jahren nach einem Molekül, das die Melaninbildung ohne UV-Strahlung anstößt, um Pigment als Schutzfaktor erforschen zu können. Herausgekommen ist ein ringförmiges Heptapeptid, das dem Alpha-Melanozyten-stimulierenden Hormon nachgebaut ist und heute kurz MT-2 heißt.

Rezeptorprofil: MT-2 bindet nicht selektiv, sondern an MC1R, MC3R, MC4R und MC5R.

  • Über MC1R auf Melanozyten läuft die Signalkette über cAMP zur Tyrosinase, die Eumelanin-Produktion steigt und die Haut dunkelt in Studienmodellen nach.
  • MC3R und MC4R sitzen zentral. Hier berühren sich Hypothalamusachse, Appetit- und Energiehaushalt sowie die melanocortin-gesteuerte sexuelle Reaktion.
  • Genau dieses breite Profil trennt MT-2 von Melanotan 1 (nur MC1R) und PT-141 (Schwerpunkt MC4R).

Humandaten: Die erste Pilotstudie am Menschen erschien 1996 in Life Sciences. Fünf niedrige subkutane Dosen reichten, um bei zwei der drei Probanden eine messbare Zunahme der Pigmentierung auszulösen; begleitet wurde das von leichter Übelkeit und spontanen Erektionen. Die Bioverfügbarkeit nach subkutaner Gabe ist hoch.

Eine Übersichtsarbeit von 2021 fasst zusammen, welche Effekte die Alpha-MSH/MC1R-Achse jenseits der Pigmentierung hat, und eine klassische Arbeit von 1994 kartierte die Verteilung des MC4-Rezeptors in neuroendokrinen und autonomen Schaltkreisen.

Du findest Melanotan 2 bei uns ausschließlich als Forschungssubstanz. Was du hier liest, fasst die Studienlage zusammen und ist keine Anleitung.

Hinweise zu Risiken

Weil MT-2 mehrere Rezeptoren anspricht, ist das Spektrum möglicher Effekte breiter als bei Melanotan 1:

  • Übelkeit, vor allem zu Beginn, ist die häufigste dokumentierte Begleiterscheinung.
  • Die Haut wird deutlich dunkler, ebenso Muttermale und Sommersprossen. Veränderungen an Muttermalen werden in der Literatur als Warnzeichen gewertet.
  • Spontane Erektionen, ausgelöst über den zentralen MC4R, tauchen schon in der Pilotstudie von 1996 auf.
  • Da MC4R den Appetit mitreguliert, berichtet die Literatur von veränderten Appetitmustern.
  • Gesichtsrötung ist häufig, ebenso Rötung oder Druckempfindlichkeit dort, wo die Nadel saß.

Ärztlichen Rat ersetzt diese Übersicht nicht.

Quellen

Alle Produkte sind ausschließlich für die In-vitro-Forschung und den Laborgebrauch bestimmt. Nicht für Menschen oder Tiere, nicht zur Diagnose oder Behandlung. Die Texte fassen veröffentlichte Forschung zusammen und sind keine medizinische Empfehlung.