AOD-9604
Das C-terminale Stück des Wachstumshormons, Aminosäuren 177 bis 191, isoliert als Peptid: Lipolyse-Signal ohne den Wachstumsanteil des vollständigen Hormons.
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Überblick
Vom Wachstumshormon bleibt bei AOD-9604 nur ein kleiner Ausschnitt übrig: die Aminosäuren 177 bis 191 vom C-terminalen Ende, in der analytischen Literatur beschrieben mit einem zusätzlichen Tyrosin am N-Terminus. In Studienmodellen trägt dieser Ausschnitt die lipolytische Eigenschaft des Hormons, nicht aber dessen Wirkung auf Wachstum oder Insulinsensitivität.
Was die präklinischen Arbeiten festhalten:
- Hormonsensitive Lipase: das Fragment regt in Adipozyten deren Aktivität an, dadurch werden mehr freie Fettsäuren aus dem Fettgewebe freigesetzt.
- Lipogenese: in Tiermodellen fiel die Neubildung von Fett geringer aus.
- Beta-3-Adrenozeptor: das Fragment erhöhte bei adipösen Mäusen dessen Expression, und bei Knockout-Tieren ohne diesen Rezeptor blieb der Gewichtseffekt aus; abschließend geklärt ist der Mechanismus nicht.
- Rezeptorbindung: an den Wachstumshormon-Rezeptor bindet AOD-9604 nicht, Hyperglykämie oder Zellproliferation traten in den Mausstudien nicht auf.
Der klinische Werdegang: früher wurde das Peptid in Adipositas-Modellen auch am Menschen geprüft, die Phase-2-Ergebnisse fielen jedoch gemischt aus, sodass keine Phase 3 folgte. In der Forschungsgemeinde ist es dennoch als Werkzeug für den Fragment-Mechanismus geblieben. Die Halbwertszeit ist kurz, weshalb präklinische Protokolle mit täglichen subkutanen Gaben arbeiteten. Zur Einordnung: die Substanz steht auf der Verbotsliste der WADA, ein Nachweis im Urin ist validiert. Unten findest du die drei Tierstudien, die Analytik-Arbeit und eine aktuelle Übersicht.
Hinweise zu Risiken
Studien stufen AOD-9604 als gut verträglich ein. Weil nur das C-terminale Fragment vorliegt, fehlen die wachstums- und insulinbezogenen Wirkungen des vollständigen Hormons, was das Profil vergleichsweise schmal hält.
- Einstichstelle: leichte Rötung, Druckgefühl oder kurze Reizung sind die häufigste Beobachtung, gerade bei täglicher subkutaner Gabe.
- Kreislauf: vereinzelt werden kurz nach der Gabe Wärmegefühl, leichter Schwindel oder Müdigkeit berichtet.
- Wirksamkeit: die gemischten Phase-2-Daten betreffen die Wirkung, weniger die Sicherheit; sie sind der Grund, warum es keine Phase 3 gab.
- Datenbasis: belastbare Humandaten über lange Zeiträume fehlen, die Einordnung stützt sich auf Tiermodelle und kurzfristige Erfahrungswerte; eine Übersicht von 2026 nennt die Sicherheitsdaten am Menschen rar.
Ärztlichen Rat ersetzt diese Übersicht nicht.
Quellen
- Metabolic studies of a synthetic lipolytic domain (AOD9604) of human growth hormone - adipöse Zucker-Ratten, 19 Tage tägliche orale Gabe: Gewichtszunahme mehr als halbiert, höhere lipolytische Aktivität, Insulinsensitivität unverändert.
- Fat oxidation and weight loss in obese mice with hGH or a modified C-terminal fragment - 14-Tage-Mausstudie: weniger Gewichtszunahme, mehr Fettoxidation, keine Bindung an den hGH-Rezeptor.
- Human GH and its lipolytic fragment (AOD9604) in obese and beta(3)-AR knock-out mice - die Arbeit zum Beta-3-Adrenozeptor, inklusive der Knockout-Tiere ohne Gewichtseffekt.
- Detection and in vitro metabolism of AOD9604 - Analytik: Struktur mit N-terminalem Tyrosin, Urin-Nachweis, stabiler Metabolit im Serum, WADA-Status.
- Peptide Therapies for Musculoskeletal Injuries and Athletic Performance: Safety and Efficacy - narrative Übersicht von 2026 über zugelassene und nicht zugelassene Peptide, AOD-9604 eingeschlossen.
Alle Produkte sind ausschließlich für die In-vitro-Forschung und den Laborgebrauch bestimmt. Nicht für Menschen oder Tiere, nicht zur Diagnose oder Behandlung. Die Texte fassen veröffentlichte Forschung zusammen und sind keine medizinische Empfehlung.