Glutathione
Drei Aminosäuren, eine ungewöhnliche Gamma-Bindung und die Hauptrolle im Redox-Haushalt der Zelle: das meistuntersuchte kleine Antioxidans des Körpers.
Derzeit nicht im Sortiment. Hinterlass deine E-Mail, wir sagen dir, wenn es wieder da ist.
Überblick
Glutathion, abgekürzt GSH, besteht aus Glutamat, Cystein und Glycin. Es ist in praktisch allen tierischen Zellen das wichtigste Antioxidans mit kleinem Molekulargewicht und wird in der Fachliteratur als Hauptregler des Redox-Zustands innerhalb der Zelle beschrieben. Eine Eigenheit im Aufbau erklärt seine Robustheit: Glutamat und Cystein hängen über eine Gamma-Bindung zusammen, an der die üblichen peptidspaltenden Enzyme abgleiten.
Seine Aufgaben greifen auf mehreren Ebenen ineinander:
- Als direktes Reduktionsmittel fängt es reaktive Sauerstoffspezies ab.
- Für die Glutathion-Peroxidasen dient es als Co-Faktor.
- Die Glutathion-S-Transferasen der Phase-II-Entgiftung verbrauchen es als Substrat.
Präklinische Arbeiten verknüpfen GSH entsprechend mit oxidativem Stress, der Funktion der Mitochondrien, der Entgiftung in der Leber und mit Signalwegen der Hautpigmentierung. Eine Übersichtsarbeit beschreibt den mitochondrialen Pool als erste Verteidigungslinie gegen Sauerstoffradikale aus der Atmungskette.
Ein praktischer Punkt bestimmt, wie damit geforscht wird: Oral aufgenommen wird das Tripeptid im Verdauungstrakt in seine Aminosäuren zerlegt. Bei sieben gesunden Freiwilligen blieben die Blutwerte des Tripeptids und seiner Bausteine Cystein und Glutamat nach einer einzelnen geschluckten Dosis praktisch unverändert; seither gilt der Weg über den Magen als kaum ergiebig. Präklinische Modelle verabreichen deshalb subkutan, intramuskulär oder intravenös. In der Alternsforschung wird diskutiert, dass die GSH-Spiegel in der Zelle mit dem Alter sinken, dass dies mit mitochondrialer Dysfunktion zusammenhängt und dass Verbindungen zu Sirtuinen und NAD+ bestehen.
Hinweise zu Risiken
Da der Körper Glutathion selbst herstellt und es sein wichtigstes kleines Antioxidans ist, stufen Studien die Verträglichkeit als gut ein. Trotzdem:
- Große Mengen je Gabe: Bei hohen Dosen gehören Rötung, Druckgefühl und eine vorübergehende Reizung an der Einstichstelle zu den häufigsten Beobachtungen.
- Kurz nach der Gabe: Vereinzelt werden ein Wärmegefühl oder leichter Schwindel nach parenteraler Verabreichung beschrieben.
- Hautton: Über die dokumentierte Wirkung auf Pigmentierungs-Signalwege kann sich bei wiederholter Gabe der Hautton verändern; die Literatur beschreibt das als umkehrbar.
- Fehlende Langzeitdaten: Zu einer längeren, hochdosierten parenteralen Anwendung existieren keine belastbaren Humanstudien. Was man weiß, leitet sich aus der physiologischen Funktion, aus Tierversuchen und aus Erfahrungsberichten ab.
Ärztlichen Rat ersetzt diese Übersicht nicht.
Quellen
- Glutathione: overview of its protective roles - Übersicht von Forman und Kollegen zu den Schutzmechanismen des Tripeptids.
- Glutathione metabolism and its implications in health - beschreibt Aufbau, Abbau und Bedeutung des Glutathion-Stoffwechsels.
- Mitochondrial glutathione, a key survival antioxidant - erklärt, warum der mitochondriale GSH-Pool als wichtigste Abwehr gegen Radikale aus der Atmungskette gilt.
- The systemic availability of oral glutathione - Studie an sieben Freiwilligen, nach der oral eingenommenes Glutathion kaum ins Blut gelangt.
Alle Produkte sind ausschließlich für die In-vitro-Forschung und den Laborgebrauch bestimmt. Nicht für Menschen oder Tiere, nicht zur Diagnose oder Behandlung. Die Texte fassen veröffentlichte Forschung zusammen und sind keine medizinische Empfehlung.