KPV
Tripeptid Lysin-Prolin-Valin vom C-Ende des Alpha-MSH, das Entzündungssignale über NF-kB dämpft, ohne Pigment zu bilden.
Derzeit nicht im Sortiment. Hinterlass deine E-Mail, wir sagen dir, wenn es wieder da ist.
Überblick
Drei Aminosäuren reichen: Lysin, Prolin und Valin bilden das Tripeptid KPV, das am C-terminalen Ende des Alpha-Melanozyten-stimulierenden Hormons sitzt. Aus dem Hormon übernimmt es die entzündungshemmende Wirkung, nicht aber die Pigmentbildung. Damit ist KPV eines der am besten charakterisierten anti-inflammatorischen Peptide der Literatur und zugleich ein mechanistisch sehr reduziertes Werkzeug.
Wie es wirkt:
- KPV unterdrückt in präklinischen Studien die Aktivierung von NF-kB, eines Haupttranskriptionsfaktors der Entzündungskaskade. Nachgelagert sinken Zytokine wie TNF-Alpha, IL-1 und IL-6.
- An die klassischen Melanocortin-Rezeptoren bindet es nicht nennenswert. Im Peritonitis-Modell der Maus bremste es den Zustrom von Leukozyten, und zwar ohne Anstieg von cAMP, was gegen einen Rezeptorweg spricht. Die Wirkung scheint also innerhalb der Zelle anzusetzen.
- Den Weg in die Zelle nimmt es über den Peptidtransporter PepT1, der in Darmepithel- und Immunzellen vorkommt. Dort hemmte KPV schon in nanomolarer Konzentration NF-kB- und MAP-Kinase-Signale.
Modelle, in denen KPV am gründlichsten untersucht wurde: chronische Darmentzündung, Hautentzündung und atopische Dermatitis. In zwei Kolitis-Modellen der Maus erholte sich unter KPV das Körpergewicht schneller und das Gewebe wies weniger entzündliche Infiltrate auf, auch bei Tieren ohne funktionsfähigen MC1-Rezeptor; bei oraler Gabe nahm die Darmentzündung ebenfalls ab. Eine Übersichtsarbeit in Endocrine Reviews von 2008 ordnet KPV neben dem verwandten Tripeptid KdPT ein.
Wir führen KPV ausschließlich als Forschungssubstanz. Was du hier liest, ordnet die Studienlage ein und ist keine Anleitung.
Hinweise zu Risiken
KPV gilt in den Studien als nebenwirkungsarm, was zu seiner Struktur passt: kurz, schnell abgebaut und ohne nennenswerte Bindung an die klassischen Melanocortin-Rezeptoren, über die Alpha-MSH selbst wirkt. Ein paar Punkte solltest du trotzdem kennen:
- Einstichstelle: Leichte Rötung oder Druckempfindlichkeit sind die häufigste lokale Beobachtung bei subkutaner Gabe.
- Eingriff in Entzündungswege: Wer NF-kB dämpft und Zytokine senkt, greift aktiv in die Immunregulation ein.
- Herkunft der Daten: Die Evidenz ist umfangreich, stammt aber fast ausschließlich aus Zell- und Tiermodellen. Belastbare Langzeitdaten am Menschen fehlen, und was die Kolitis-Modelle zeigen, lässt sich nicht einfach auf andere Fragestellungen übertragen.
Ärztlichen Rat ersetzt diese Übersicht nicht.
Quellen
- PepT1-mediated tripeptide KPV uptake reduces intestinal inflammation - Arbeit von 2008 zur Aufnahme über PepT1 und zur Wirkung in zwei Kolitis-Modellen.
- Melanocortin-derived tripeptide KPV has anti-inflammatory potential in murine models of inflammatory bowel disease - Mausstudie von 2008, auch an Tieren ohne funktionsfähigen MC1-Rezeptor.
- Dissection of the anti-inflammatory effect of the core and C-terminal (KPV) alpha-melanocyte-stimulating hormone peptides - Peritonitis-Modell von 2003: Leukozyten gebremst, cAMP unverändert.
Alle Produkte sind ausschließlich für die In-vitro-Forschung und den Laborgebrauch bestimmt. Nicht für Menschen oder Tiere, nicht zur Diagnose oder Behandlung. Die Texte fassen veröffentlichte Forschung zusammen und sind keine medizinische Empfehlung.