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Selank

Selank

Heptapeptid aus dem Immunpeptid Tuftsin, in Russland seit 2009 zugelassen: untersucht an GABA-System, BDNF und Stressresilienz.

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Überblick

Am Anfang stand ein körpereigenes Tetrapeptid: Tuftsin (Thr-Lys-Pro-Arg) reguliert Immunzellen, wird aber rasch abgebaut. Am Institut für Molekulare Genetik der Russischen Akademie der Wissenschaften hängte man ihm die Sequenz Pro-Gly-Pro an. Das Ergebnis, Selank (TP-7, Thr-Lys-Pro-Arg-Pro-Gly-Pro), ist metabolisch deutlich stabiler und behält die Aktivität des Vorläufers. Seit 2009 ist es in Russland für generalisierte Angststörungen und neurasthenische Zustände zugelassen.

Woran geforscht wird:

  • Angstlösung ohne Dämpfung: Das Forschungsziel ist ein Anxiolytikum, das weder sediert noch die Kognition beeinträchtigt noch abhängig macht.
  • GABA-System: Statt direkt an den Rezeptor zu binden, verändert Selank in Studien die Expression von Genen für GABA-Rezeptor-Untereinheiten (Frontiers in Pharmacology 2016 und 2017).
  • Weitere Achsen: serotonerge und dopaminerge Signale, eine Hochregulation von BDNF in Hippocampus und Frontalcortex sowie die Hemmung von Enzymen, die Enkephaline abbauen; Letzteres wird mit größerer Stressresilienz in Verbindung gebracht.
  • Immunsystem: Vom Tuftsin bleibt die immunmodulierende Komponente erhalten, mit Effekten auf IL-6, die Th1/Th2-Balance und die Aktivität von Phagozyten. Eine Transkriptom-Studie von 2010 verglich die Antwort von Hippocampus- und Milzzellen der Ratte.

In der Forschung wird Selank intranasal oder subkutan eingesetzt. Häufig steht es neben Semax, das aus demselben russischen Programm stammt und ergänzende Signalwege anspricht; die beiden Peptide werden deshalb oft gemeinsam untersucht.

Hinweise zu Risiken

Selank gilt in den vorliegenden präklinischen und russischen klinischen Studien als sehr gut verträglich und durchweg nebenwirkungsarm.

  • Nasal: leichtes Brennen, Trockenheit oder Reizung der Schleimhaut sind bei dieser Anwendungsform das Häufigste.
  • Subkutan: vereinzelt Rötung oder Druckgefühl an der Einstichstelle.
  • Gelegentlich wird eine spürbare Beruhigung oder kurze Müdigkeit beschrieben, was zum angstlösenden Profil passt; eine ausgeprägte Sedierung ist in der Literatur nicht typisch.
  • Außerhalb des russischen Programms und über lange Zeiträume ist die Datenlage dünn.

Ärztlichen Rat ersetzt diese Übersicht nicht.

Quellen

Alle Produkte sind ausschließlich für die In-vitro-Forschung und den Laborgebrauch bestimmt. Nicht für Menschen oder Tiere, nicht zur Diagnose oder Behandlung. Die Texte fassen veröffentlichte Forschung zusammen und sind keine medizinische Empfehlung.