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VIP

VIP

Neuropeptid aus 28 Aminosäuren der Sekretin-Glukagon-Familie, das Gefäße weitet und zugleich das Immunsystem moduliert.

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Überblick

Als 1970 aus dem Dünndarm des Schweins ein Polypeptid mit 28 Aminosäuren isoliert wurde, fiel es zuerst durch seine stark gefäßerweiternde und blutdrucksenkende Wirkung auf. Daher der Name Vasoaktives Intestinales Peptid, kurz VIP. Heute weiß man, dass es weit über den Darm hinaus in vielen Geweben gebildet wird, von Nervenzellen ebenso wie von Immunzellen. Es gehört zur Sekretin-Glukagon-Familie und ist eng mit PACAP verwandt.

Rezeptoren und Signal: VIP wirkt über VPAC1 und VPAC2, zwei G-Protein-gekoppelte Rezeptoren der Klasse B, die auch PACAP binden und über cAMP in die Zelle signalisieren. Die IUPHAR-Übersicht von 2012 nennt als Funktionen unter anderem zirkadiane Rhythmen, Immunität und Entzündung sowie die Insulinsekretion.

Was präklinische Studien zeigen:

  • entzündungshemmende Effekte und Gefäßerweiterung,
  • Einfluss auf regulatorische T-Zellen und auf die Th1/Th2-Balance, in Autoimmunmodellen in Richtung Th2,
  • neurotrophe Eigenschaften in neurodegenerativen Modellen.

Eine Übersicht in Pharmacological Reviews von 2004 beschreibt den Wandel des Bildes vom gefäßerweiternden Hormon zum Immunmodulator mit Eigenschaften eines Typ-2-Zytokins; eine neuere Arbeit von 2013 fasst VIP als Neurotransmitter, Immunregulator, Vasodilatator und Sekretagog zusammen.

Die praktische Hürde: Natives VIP hat eine Halbwertszeit von nur wenigen Minuten. Systemische Versuchsaufbauten arbeiten deshalb häufig mit stabilisierten Analoga oder mit lokaler Gabe.

Bei uns bekommst du VIP ausschließlich als Forschungssubstanz. Was du hier liest, ordnet die Studienlage ein und ist keine Anleitung.

Hinweise zu Risiken

VIP wird in Studien als überwiegend gut verträglich beschrieben. Seine Gefäßwirkung prägt aber das Profil:

  • Kreislauf: Als potenter Vasodilatator kann es Hitzegefühl, Hautrötung, niedrigen Blutdruck oder Schwindel auslösen.
  • Einstichstelle: Leichte Rötung oder Druckempfindlichkeit sind die häufigste lokale Beobachtung.
  • Immunmodulation: Die Verschiebung der Th1/Th2-Balance ist ein aktiver Eingriff in die Immunregulation.
  • Sehr kurze Wirkdauer: Mit wenigen Minuten Halbwertszeit ist eine systemische Gabe schwer steuerbar.
  • Datenlage: Das meiste Wissen kommt aus präklinischen Modellen; belastbare Langzeitdaten am Menschen fehlen.

Ärztlichen Rat ersetzt diese Übersicht nicht.

Quellen

Alle Produkte sind ausschließlich für die In-vitro-Forschung und den Laborgebrauch bestimmt. Nicht für Menschen oder Tiere, nicht zur Diagnose oder Behandlung. Die Texte fassen veröffentlichte Forschung zusammen und sind keine medizinische Empfehlung.