NA Selank Amidate
Selank mit Acetyl-Kappe und amidiertem Ende: Die Modifikation soll das angstlösende russische Heptapeptid länger stabil halten, bei gleicher Wirkweise.
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Überblick
Hinter dem sperrigen Namen steckt das russische Peptid Selank, Sequenz Thr-Lys-Pro-Arg-Pro-Gly-Pro, in einer chemisch abgewandelten Form: Am N-Ende sitzt eine Acetylgruppe, das C-Ende ist amidiert. Beide Veränderungen schirmen das Molekül gegen abbauende Enzyme ab und sollen die Zeit, in der es aktiv bleibt, deutlich strecken.
Das Ausgangspeptid ist eine Entwicklung des Instituts für Molekulare Genetik an der Russischen Akademie der Wissenschaften; in Russland ist es als Mittel gegen Angststörungen zugelassen. Für die amidierte Variante geht die Literatur von derselben Wirkweise aus:
- Modulation GABAerger und serotonerger Signalwege
- angstlösende Effekte in Studienmodellen, ohne die Sedierung und das Abhängigkeitspotenzial klassischer Beruhigungsmittel
- Verabreichung in Studien nasal, bei der stabilisierten Form auch subkutan mit besserer systemischer Verfügbarkeit
Der Vorteil der Modifikation ist bislang vor allem ein pharmakokinetisches Argument: gleiche Pharmakologie, längere Verweildauer. Direkte Vergleichsstudien zwischen der N-Acetyl-Amidat-Form und dem Original sind rar, fast alle Daten stammen vom unveränderten Selank. Wer die Substanz einordnen will, liest also im Kern die Selank-Literatur. In einer Transkriptom-Arbeit von 2010 veränderte Selank nach einmaliger wie nach wiederholter Gabe die Genexpression im Hippocampus der Ratte, Versuche an IMR-32-Zellen zeigten eine Verschiebung bei GABAergen Rezeptorkomponenten, und nach nasaler Gabe stieg bei Ratten das BDNF im Hippocampus. Eine Arbeit von 2019 beschreibt zudem, dass Selank eine durch Ethanol ausgelöste Gedächtnisstörung über den BDNF-Gehalt in Hippocampus und präfrontalem Cortex abmildert.
Hinweise zu Risiken
Das Sicherheitsprofil wird aus der Selank-Literatur abgeleitet, und die beschreibt das Peptid durchgängig als gut verträglich, ohne Sedierung oder Gewöhnung. Was du dabei beachten solltest:
- Nasale Gabe: Brennen, trockene oder gereizte Nasenschleimhaut sind die häufigste Beobachtung.
- Subkutane Gabe: Gelegentlich leichte Rötung oder ein Druckgefühl rund um die Einstichstelle.
- Beruhigung: Vereinzelt wird kurzzeitige Müdigkeit beschrieben, was zur angstlösenden Wirkrichtung passt.
- Datenlücke: Für die acetylierte und amidierte Form selbst gibt es kaum Vergleichsdaten und keine belastbaren Langzeitstudien am Menschen.
Ärztlichen Rat ersetzt diese Übersicht nicht.
Quellen
- Transcriptomic response of rat hippocampus and spleen cells to single and chronic administration of the peptide selank - Selank verändert im Hippocampus der Ratte die Genexpression, sowohl nach einmaliger als auch nach wiederholter Gabe.
- Selank Administration Affects the Expression of Some Genes Involved in GABAergic Neurotransmission - Arbeit zur Verschiebung GABAerger Gene unter Selank, die den angstlösenden Signalweg stützt.
- Intranasal administration of the peptide Selank regulates BDNF expression in the rat hippocampus in vivo - nach nasaler Gabe steigen BDNF-mRNA und BDNF-Protein im Hippocampus der Ratte.
Alle Produkte sind ausschließlich für die In-vitro-Forschung und den Laborgebrauch bestimmt. Nicht für Menschen oder Tiere, nicht zur Diagnose oder Behandlung. Die Texte fassen veröffentlichte Forschung zusammen und sind keine medizinische Empfehlung.