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GHRP-6

GHRP-6

Das Hexapeptid, mit dem die Suche nach dem Ghrelin-Rezeptor begann: GH-Freisetzung plus ausgeprägte Hungerwirkung.

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Überblick

Lange bevor Ghrelin bekannt war, gab es GHRP-6: Das 1984 beschriebene Hexapeptid setzte in Zellkulturen und mehreren Tierarten dosisabhängig Wachstumshormon frei, ohne Prolaktin, TSH, LH oder FSH mitzunehmen. Die Frage, woran es bindet, führte 1996 zur Klonierung eines G-Protein-gekoppelten Rezeptors, der in Hypothalamus und Hypophyse sitzt, und 1999 zur Entdeckung von Ghrelin als dessen körpereigenem Liganden: ein Peptid aus dem Magen mit 28 Aminosäuren und einer Octanoyl-Gruppe an Serin 3.

Weitere Befunde:

  • Zentral verabreicht steigerten Ghrelin und GHRP-6 bei Ratten die Futteraufnahme und aktivierten die Appetitzentren von Hypothalamus und Hirnstamm; blockierte man den NPY-Y1-Rezeptor, blieb der Effekt aus (2002).
  • Eine Übersicht von 2017 fasst zellschützende Wirkungen der GHRPs in präklinischen Modellen zusammen, vermittelt über GHS-R1a und CD36, etwa an Zellen von Herz, Nerven, Darm und Leber.
  • In Tiermodellen sind sowohl deutliche GH-Anstiege als auch verändertes Fressverhalten dokumentiert.

Mechanistisch ist GHRP-6 ein Agonist am GHS-R1a der somatotropen Zellen und löst dort eine pulsatile GH-Abgabe aus, wie GHRP-2 auch. Was es von GHRP-2 und erst recht vom selektiven Ipamorelin trennt, ist die Hungerkomponente: Kein anderes Mitglied der Familie bildet das Profil des "Hungerhormons" Ghrelin so deutlich ab. Für Fragestellungen rund um den Ghrelin-Appetit-Weg ist das ein Vorteil, für saubere GH-Messungen eine Störgröße. Die Halbwertszeit liegt bei etwa 15 bis 30 Minuten, und die Substanzgeschichte reicht bis in die 1980er Jahre zurück, in denen GHRP-6 wesentlich zum Verständnis der Ghrelin-Achse beitrug.

Hinweise zu Risiken

Beobachtet in Studien und Erfahrungsberichten:

  • Deutlich gesteigerter Appetit, bei GHRP-6 stärker als bei allen anderen GHRPs.
  • Lokale Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötung, Druck oder kurze Reizung.
  • Vorübergehende Wassereinlagerung, Kribbeln oder Taubheit in den Händen, in der Literatur dosisabhängig und reversibel.
  • Moderat erhöhte Cortisol- und Prolaktinwerte, wie bei allen unselektiven Vertretern der Klasse.
  • Langzeitdaten am Menschen fehlen; das Bild stützt sich auf kurze Studien und auf Erfahrungsberichte.

Ärztlichen Rat ersetzt diese Übersicht nicht.

Quellen

Alle Produkte sind ausschließlich für die In-vitro-Forschung und den Laborgebrauch bestimmt. Nicht für Menschen oder Tiere, nicht zur Diagnose oder Behandlung. Die Texte fassen veröffentlichte Forschung zusammen und sind keine medizinische Empfehlung.